Ein Tag zum Aufblühen. Ein Nachmittag in der Lüneburger Heide.

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Ja, wir alle lieben unser Hamburg, unsere Perle. Aber manchmal brauche ich mehr als nur einen kleinen grünen Park zwischen zahllosen Gebäuden. Weite Landschaften, frische Landluft und am besten noch ganz viel Tiere um mich herum. Und was soll ich sagen, dieser Samstagnachmittag in der Lüneburger Heide meinte es wirklich gut mit uns.


Die Lüneburger Heide ist so riesig und am Anfang fiel mir die Entscheidung gar nicht so leicht. Wohin sollte es gehen? Vielleicht noch mal zum Wilseder Berg, ein klassischer Abstecher nach Lüneburg, mal ins Pietzmoor oder ... und dann fiel es mir ein: Schon seit dem letzten Ausflug, der mehr oder weniger ins Wasser fiel, wollte ich sie sehen, die vielen Kutschen mit den kräftigen Kaltblütern, die ihre Hochsaison haben, wenn die Heide so richtig aufblüht. Dann musste es schnell gehen. Die Lüneburger Heide steht von Anfang August bis Anfang September in Blüte und wir hatten den September schon begrüßt. Also schnell das Heideblüten-Barometer gecheckt und los ging's.

Schon bei der Ankunft auf dem Parkplatz in Höpen bei Schnerverdingen wusste ich, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Die großen Kutschen mit den stolzen Pferden kamen uns sogleich entgegen und stoppten neben dem kleinen gemütlichen Kiosk, an dem schon reichlich Wanderer einen Verschnaufspause einlegten. Und genau hier sollte auch das stattfinden, worauf ich mich an diesem Tag wie ein kleines Kind freute: Die Einkehr der Heidschnucken von ihrer täglichen Wanderung durch die Heide. Denn ohne ihre täglichen Runden würde die Lüneburger Heide heute nicht so schön blühen. Wusstet ihr das?


Doch eins nach dem anderen: Die Heidschnucken kehren jeden Tag erst um 17 Uhr zu ihrem Stall zurück, deswegen blieb uns noch ein bisschen Zeit, die wunderbar lila Lüneburger Heide zu bewundern. So hatte ich sie noch nie gesehen. Sonst eher braun und in einer Einheit mit Sträuchern und Bäumen, glich sie heute einem wahren Blumen-Feuerwerk. Was ein Augenschmaus. Und selbst wir waren schon ziemlich spät dran – wie sieht es dann wohl erst Mitte August dort aus?

Von dem Parkplatz in Höpen kann man eine entspannte Runde zur kleinen Freilichtbühne und hin zum Heidegarten gehen. Das beste am Heidegarten: Hier hat man immer Glück. Denn eine von den den 180 Heide-Sorten blüht immer. Also selbst wenn gerade nicht August oder Anfang September ist, hier könnt ihr die Heide trotzdem strahlen sehen. Auch ein kleiner Hochsitz steht bereit und bietet einen fantastischen Ausblick über die Heide. Wem überhaupt nicht nach laufen zu Mute ist, der kann übrigens auch direkt am Heidegarten parken.

Ein Regenschauer zwang uns schließlich zu einer kleinen Pause an unserem Startkiosk, wo sich gleich eine zuckersüße kleine und ungewohnt zutrauliche Maus zu uns gesellte. Als sie verschwand, ersetzte sie ein kleiner Welpe. Danke Regen für diese tierische Pause!

Fast hätte ich dadurch die Heidschnucken vergessen, aber nur fast. Dank des netten Wirts wurde uns dann auch noch rechtzeitig klar, dass wir noch 500 Meter weiter über die Wiese mussten, wo wir dann auch endlich den Schafstall entdeckten. Und wie es sich für die Stars der Heide gehört, ließen sie auf sich warten. Um halb sechs waren es schon um die 20 wartende Menschen geworden. Ein ungewohnte Situation – ich hätte nicht gedacht, dass es so aufregend sein könnte, auf eine Schafsherde zu warten. Um halb sechs dann ertönten endlich die herrischen Rufe des Schäfers und ein paar Sekunden später trabten die ersten Heidschnucken zwischen den Bäumen hervor. Die Heidschnucken-Traube wurde immer größer, kam dichter und wurde nur Dank der Hunde zusammengehalten. Ein wirklich schönes Schauspiel. Allein deswegen lohnt sich schon ein Ausflug hierher. Ich war auf jeden Fall im Heidschnucken-Himmel.

Und so erfüllt ging es dann auch wieder nach Hause. Wer sich auch nach an bisschen unaufgeregter Auszeit in der Natur sehnt, nicht weit fahren möchte und keine großen Wanderungen zurücklegen möchte, der ist im Landschaftsschutzgebiet Höpen perfekt aufgehoben. Egal zu welcher Jahreszeit und egal in welcher Ecke der Lüneburger Heide, ein kleiner Abstecher zum Runterkommen lohnt sich immer. Und genau deswegen werdet ihr hier sicherlich schon bald wieder etwas über die Heide lesen. Hoffentlich mit ganz vielen Heidschnucken.