Elbluft schnuppern: 3 Spaziergänge entlang der Elbe

Aktualisiert: 20. Nov. 2020

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In diesen Zeiten möchte man oft einfach nur an die frische Luft. Durchatmen, die Natur genießen und neue Ecken entdecken. Genau das habe ich letztes Wochenende bei bestem Sonntagswetter gemacht und euch drei kleine Elbspots rausgesucht. Wer mehr als eine kleine Runde um den Block sucht und am Wochenende mal wieder das Gefühl haben möchte, eine neue Entdeckung gemacht zu haben, kommt jetzt direkt mit mir an die frische Luft. Los geht's:


Deichdrachen und Glühwein-Genuss: Fährmannsand

Das fasst den ersten Stopp ziemlich gut zusammen. Nur 45 bequeme Minuten mit dem Auto liegt Fährmannsand von Hamburg entfernt. Doch so kurz der Anfahrtsweg auch ist, ich kann euch sagen, er hat es in sich. Auf völlige Desorientierung des Navis folgen scheinbar nur für Anwohner freigegebene, enge und verschlungene Wege. Doch lasst euch dadurch nicht beirren, ihr seid auf dem richtigen Weg. Zum Deich, zu den Schafen und Kühen an der Elbe, kleinen Flussläufen und einem urigen Gasthof direkt hinterm Deich.

Fährmannssand klang für mich als erstes wie eine kleine Stadt, aber in Wirklichkeit war es um 1790 einmal eine Insel. Das hätte ich wirklich gerne gesehen! Noch heute versprüht der Landgasthof Fährmannssand einen gewissen Inselcharme: Nichts außer weite Weiden mit Schafen und Kühen und natürlich das Wasser ist hier zu sehen. Mehr gibt es nicht auf dieser ehemaligen Insel. Perfekt für eine kleine Auszeit im Freien. Hier kann man den Menschen noch gut aus dem Weg gehen und trotz der Corona-Lage ein paar Annehmlichkeiten der Gaststätte genießen. Sonst werden hier deftige Speisen rund um die Bratkartoffel sowie Torten und Kuchen verkauft, in diesem November aber freuen sich die Spaziergänger schon über den Verkauf heißer Getränke außer Haus. Nach einem Besuch bei den Schafen, schnappe ich mir einen duftenden Glühwein und erklimme den Deich. Bunte Drachen sausen durch die Luft, die Kühe grasen direkt an der Elbe und die großen Pötte lassen auch nicht lange auf sich warten. Tief durchatmen und genießen. Das hat sich schon gelohnt, oder?

Falls ihr euch so wie ich noch fragt, woher der interessante Name kommt, hier ist die Auflösung: Ein ehemaliger Blankeneser Fährmann hatte damals die Insel gepachtet und so wurde sie einfach nach seinem Beruf benannt. Einen Fähranleger gab es aber nie auf der Insel. Wenn euch das Thema interessiert, schaut doch mal auf der Seite von Fährmannsand vorbei.


Kleines Blankenese: Schulau

Nur 10 Minuten entfernt von Fährmannsand Richtung Hamburg wartet schon der nächste Spot. Ich dachte dabei sofort an Blankenese in Miniatur-Ausfertigung. Ihr könnt euch entscheiden, ob ihr auf dem kleinen Berg oberhalb des Strandes an der süßen Häuserreihe entlang schlendert und den Blick über die Elbe schweifen lasst – oder ob ihr am Strand ein bisschen Meergefühl genießen möchtet. Meine Wahl: natürlich beides.

Wer in der Nähe des Fähranlegers parkt, dem begegnen auf dem Weg zum Strand schon zahlreiche Kunstwerke. Von maritimen Bildern bis zu tierischen Graffitis entschleunigen euch hier die farbenfrohsten Hingucker auf charmante Weise. Ein wirklich schöner Weg zwischen Kunst und Meer.

Und das ist noch längst nicht alles, was Schulau zu bieten hat: Von hier aus könnt ihr mit der Lühe-Schulau-Fähre in nur 25 Minuten direkt ins Alte Land schippern. Wer diese kleine Reise auf das andere Ufer plant, kann sich in meinen Stade Artikel noch mehr Vorfreude anlesen. Natürlich bietet sich die Elbmarsch auch hervorragend zum Fahrradfahren an. Von Schulau oder auch Fährmannsand kann man stundenlang den Deich entlangradeln. Und wer es lieber bequem mag: Schulau erreicht man auch von Hamburg aus mit der S-Bahn und Bussen. Dem nächsten Ausflug steht also nichts mehr im Wege.


Strand trifft Naturschutzgebiet: Wittenbergen

Der nächste Elbspot führt uns noch ein bisschen mehr in Richtung Hamburger Zentrum. Gute Nachrichten für all diejenigen, die nicht mit dem Auto unterwegs sind. Wittenbergen liegt direkt hinter Ovelgönne und ist mit Bus ganz leicht erreichbar. Alternativ könnt ihr auch mit der Fähre fahren – so wird der Weg wirklich endlich mal zum Ziel.

Wenn ihr angekommen seid, habt ihr die Qual der Wahl: Am Elbstrand entspannen und die Schiffe beobachten oder durch die bergigen Wälder bei herrlichem Ausblick schlendern. Ich war sowohl im Sommer als auch im Winter hier und es lohnt sich in jedem Fall immer, um den Kopf frei zu bekommen. Ein kleines Highlight ist übrigens der rot-weiße Leuchtturm, den man übrigens auch erklimmen kann. Mit seinen 40 Metern bietet er einen fantastischen Rundumblick auf Hamburgs Umland. Beim letzten Besuch war er übrigens schon ganz warm eingepackt – habt ihr schon mal einen angezogenen Leuchtturm gesehen?

Obwohl alle drei Ausflugsorte an der Elbe und nah beieinander liegen, hat jeder seinen ganz eigenen Charakter. Weitläufige Felder mit zahllosen Schafen und Drachen, Stadtstrand mit künstlerischem Flair und ein Naturstrand mit riesigen Wäldern gleich nebenan. Habt ihr schon eine Idee, wohin es als erstes gehen soll?