Inselleben mitten in Schleswig-Holstein: mit dem Kanu rund um Ratzeburg.

Gerade wurde der Ratzeburger See zum beliebtesten in ganz Schleswig-Holstein gekürt. Und ich kann euch sagen: Die Leute, die dort abgestimmt haben, haben definitiv Geschmack. Letzten Samstag – pünktlich zum Beginn des wunderschönen Spätsommers – durfte ich die Inselstadt Ratzeburg mit ihrem nun preisgekrönten See ganz genau kennenlernen. Zu Wasser, zu Fuß und durch die Drohne sogar auch aus der Luft. Die Kleinstadt in Schleswig-Holstein nahe der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern macht aus allen Perspektiven eine richtig gute Figur.

Ihr seid reif für die Insel? Dann folgt mir auf meiner kleinen Auszeit durch die Domstadt.


Ein Insel-Paradies für Wasserliebhaber

 

Egal wie ihr euch gerne auf dem Wasser fortbewegt: in Ratzeburg findet ihr es. Mit dem Kanu, Segelboot, Wasserfahrrad, SUP-Board, Tretboot, Drachenboot, Schiff und bestimmt noch so viel mehr. Diese Stadt hat alles, was mit dem Wasser zu tun hat. Sogar ein SUP mit eingebauten Pedalen habe ich dort das erste Mal gesehen – super bequem sah das aus.

Also in Sachen Fortbewegung auf dem See kann der Inselstadt so schnell keiner was vormachen. Und genau deswegen war das auch unser erstes Ziel an diesem Tag. Wir wollten die Stadt vom Wasser aus kennenlernen und dieses ganz besondere Etwas spüren, von dem uns vorgeschwärmt wurde.


Nachdem wir uns im wunderbar fröhlich gelben Rathaus mit allerlei Wissenswertem an der Tourismus-Information eingedeckt hatten, ging es voller Vorfreude zur Ratzeburger Segelschule. Wir hatten Glück, dass sich der Spätsommertag bis zum Mittag noch nicht in seiner vollen Pracht gezeigt hatte, so dass noch reichlich Kanus zur Auswahl standen. Die kleine Segelschule ist nicht nur richtig schön gelegen, sondern auch liebevoll gestaltet und wird von sehr sympathischen Leuten geführt. Unkompliziert, familiär und kompetent. So saßen wir ruckzuck in unserem Kanu auf dem Weg rund um diese Stadtinsel, die von insgesamt vier Seen umgeben wird: dem Küchensee, Stadtsee, Domsee und dem großen Ratzeburger See. Die Stadt selber ist nur durch Dämme mit dem Land verbunden.



Camping am großen Ratzeburger See

 

Die Segelschule liegt übrigens am Ratzeburger See und direkt beim Losfahren haben wir die erste Entdeckung unserer Wasser-Sightseeing-Tour gemacht: An der gegenüberliegenden Seeseite liegt ein Campingplatz mit Stellplätzen direkt am Wasser. Richtig idyllisch!

Als ich das vergnügte Gekreische der Camper hörte, die sich mit einem am Baum befestigten Seil ins kühle Nass stürzten, hätte ich mich am liebsten dazugesellt. Aber es gab ja noch so viel mehr zu entdecken.


Mit dem Kanu rund um die Domstadt

 

Schon bald hatte ich einen neuen Lieblingsplatz am Wasser. Eher gesagt: unzählig viele neue Lieblingsplätze. Ein Grundstück ist hier schöner als das andere. Kleine Stege, urgemütliche Bootshäuschen, wunderschöne Gärten und Traumhäuser – ich hätte mich nicht zwischen ihnen entscheiden können. Allein schon für diese Schmuckstücke hat sich die Kanu-Tour gelohnt. Und dann ist da natürlich noch der wunderbare Ausblick auf den Dom. Erhaben und wunderschön thront er auf dem höchsten Punkt der Nordspitze der Altstadtinsel. Für uns war klar: Das Domgelände müssen wir unbedingt auch noch an Land erkunden.


Der Ratzeburger See geht nahtlos in den Domsee über. Von dieser Seite aus lassen sich auch die Herrenhäuser am Dom bewundern. Was für ein herrlicher Anblick!

Auf diesem See konnten wir auch das erste Mal so richtig sehen, dass die Insel über einen Damm mit dem Festland verbunden ist. An dem einen Ende des Damms findet ihr übrigens noch eine Segelschule namens Morgenroth, wo ihr sogar die angesagten Wasserfahrräder ausprobieren könnt. Auf der gegenüberliegenden Seite führt ein schmaler Kanal zum nächsten See-Abenteuer: dem Kleinen Küchensee, von dem man durch eine Unterführung zum größeren Küchensee gelangt.


Der Küchensee hat für mich einen ganz besonderen Charme. Die Weite und die großen Wälder an allen Ufern wirkten so friedlich auf mich, dass ich hier ewig hätte verweilen können. Auch die Stadtseite ist vollkommen in grün gekleidet, denn dort befindet sich der idyllische Kurpark, wo wir später noch etwas ganz Besonderes erleben sollten.

Wer noch ein bisschen mehr Zeit auf dem Wasser verbringen möchte, kann den Küchensee einmal überqueren und an der Farchauer-Mühle mit dem Wassergefährt anlegen und sich stärken. Wir aber wollten an diesem Tag unbedingt noch mehr von Ratzeburg sehen und deswegen verabschiedeten wir uns schweren Herzens von dem kleinen Paradies. Durch eine weitere Brücken-Unterführung gelangten wir zum Schwanenteich, vorbei ging es an einer Wasserfontäne und durch einen kleinen grünen Kanal wieder zurück zum Ratzeburger See. Schnell gaben wir unser lieb gewonnenes Kanu nach der erfolgreichen Umrundung wieder ab, denn Wassersport macht sehr schnell hungrig, jedenfalls uns.




Mittagessen mit fantastischem Seeblick

 

Und zum Glück wussten wir auch schon ganz genau, wo es hingehen sollte. Auf dem letzten Wegabschnitt hatten wir ein Auge auf die Fischerei Jobmann geworden, die ganz idyllisch direkt am Ratzeburger See und dem kleinen Kanal gegenüber vom Barlachblick liegt. Hier bekommt ihr fangfrischen Fisch jeglicher Art aus dem Ratzeburger See, den ihr im großen Garten mit Seeblick genießen könnt. Wer eine größere Tour über die Seen plant, kann hier auch direkt am Restaurant anlegen und eine Verschnaufpause einlegen. So einen mehrtägigen Ausflug durchs ganze schöne Herzogtum Lauenburg mit vielen kleinen Stopps an solch gemütlichen Orten stelle ich mir auch herrlich vor.



Und genauso lecker ging es danach für uns weiter: Bei der Eismanufaktur Pelz gab's als Nachtisch leckeres Milchspeiseeis. Das Familienunternehmen existiert schon seit 70 Jahren und produziert das Eis immer noch nach Uropa Emil Pelz' Rezept. Und so schmeckt es auch!

Mit dem Leckerbissen in der Hand schlenderten wir dann noch gemütlich am Ufer entlang und entdeckten das öffentliche Strandbad, das mit allem ausgestattet ist, was das Sommerherz begehrt: Beachvolleyballfeld, Sandstrand, Liegewiese, Stege, Spielplatz und Umkleidekabinen. Sogar jetzt im September war dort noch einiges los.



Diejenigen unter euch, denen es schon zu kalt zum Baden ist und die auch nicht unbedingt vom Wassersport angetan sind, können von der Schlosswiese aus auch eine Schiffstour machen und so ganz entspannt den Domsee und den Ratzeburger See erkunden. Mit ein bisschen mehr Zeit im Gepäck kann man von hier aus sogar einen Tagesausflug nach Lübeck unternehmen und mit Taschen voller Marzipan zurückkehren.


Egal für was ihr euch entscheidet, ausklingen lassen könnt ihr den aufregenden Tag dann in der Schirmbar auf der Schlosswiese direkt am See. Mit einem Cocktail in der Hand und in einem der gemütlichen Liegestühle sitzend. Hach ja, dieses Inselleben hat ganz schön was zu bieten.




Den Highlights von Ratzeburg auf der Spur

 

35 Löwentatzen auf dem Boden führen alle Interessierten quer durch Ratzeburg. Auch wir wollten es nicht beim eher oberflächlichen Blick von der Seeseite belassen und haben uns nach unserer Stärkung mit der Löwentatzen-Karte von der Tourismus-Info auf die Suche begeben. Hier alle Sehenswürdigkeiten aufzuzählen, würde euch sicherlich in den Schlaf wiegen. Aber eins kann ich mit Sicherheit sagen: Hier ist für jeden etwas dabei. Museumsfans finden ihr Glück im Kreismuseum im Herrenhaus, im Ernst Barlach Museum oder im A. Paul Weber-Museum. Auch Liebhaber besonderer historischer Gebäude kommen bei diesem Rundgang auf ihre Kosten: Auf der Route liegt zum Beispiel das ehemalige Burgtheater, das heute ein Kino ist, und der ehemalige Stadtbahnhof, der aktuell ein Gastronomiebetrieb ist. Zu erfahren, was die Gebäude früher für eine Funktion hatten, fand ich auch sehr spannend. Vor allem, weil ich das alles bei einem normalen Rundgang sicherlich nicht wahrgenommen hätte.



Meine Highlights standen aber sehr schnell fest: Zum einen hat es der wunderschöne weitläufige Kurpark direkt am Küchensee ganz oben auf meine Liste geschafft. Schon von Weitem hörten wir beim Spaziergang durch den Park Musik und folgten den schönen Klängen neugierig bis zu ihrem Ursprung. Direkt am See hatte sich eine riesige Orchester-Gruppe aufgestellt, die für alle zufälligen Besucher ganz kostenlos spielte. Sogar auf dem Wasser sammelten sich ein paar Wassersportler und ließen sich zur Musik treiben. Was für ein Zufall, dass es uns zur der Zeit hierhin gezogen hat. Danke für die schöne Überraschung, liebes Orchester!



Übrigens: Auch wenn gerade kein Orchester zur Stelle ist, könnt ihr euch hier etwas anhören. Im Kurpark und an vielen weiteren Stellen in der Stadt sind an den Infotafel QR-Codes angebracht, die zum History Podcast der Stadt verlinken. Wusstest ihr zum Beispiel, dass bei Ratzeburg die Grenze verlief und wie die Grenzöffnung dort ablief? Nein? Na dann hört doch mal rein.



Mein zweites Highlight des Löwentatzen-Rundganges ist leicht zu erraten: der Dom und das ganze Domgelände. Hier erwarten euch Kopfsteinpflaster, Fachwerkhäuser, schöne grüne Anlagen, wunderbare Ausblicke und natürlich der älteste Backsteindom Norddeutschlands. Auf diesem Gelände entlangzugehen gleicht einer kleinen Zeitreise. Der Bau des Doms ist Heinrich dem Löwen zu verdanken, weswegen euch auch die Löwentatzen durch Ratzeburg führen und keine Gänse- oder Reh-Spuren. Wenn ihr den Dom noch näher bewundern möchtet, könnt ihr ihn natürlich auch zu den Öffnungszeiten betreten oder sogar an einer Domführung teilnehmen. Die gibt es übrigens auch bei Nacht – das stelle ich mir schön, aber ehrlicherweise auch etwas schaurig vor.




Nach dieser ausgiebigen Löwentatzen-Tour und unserem Kanu-Abenteuer hatten wir das Gefühl, Ratzeburg wirklich gut zu kennen. Ich war schon vorher ein paar Mal für eher kurze Stopps dort, aber die haben nie ausgereicht, um die Inselstadt zu verstehen. Anders als bei anderen Städten gibt es hier nicht den einen Altstadtkern, auf dessen Schönheit man sich verlassen kann. Ratzeburg ist durch und durch besonders und auch etwas eigen – hier muss man wissen, wo sich die Schätze verbergen. Und das Juwel der Inselstadt ist selbstverständlich die Lage an den wunderschönen Seen sowie die unzähligen Möglichkeiten, die damit einhergehen.


Und genau deswegen haben wir uns nach diesem aufregenden Tag gleich wieder direkt an den Ratzeburger See begeben – in das richtig leckere Restaurant Köbke. Begleitet von dem leisen Klirren der Segelboote, dem herzlichen Geschnatter der Baby-Enten auf dem Gehweg neben uns und einer bezaubernden Aussicht haben wir den Tag ausklingen lassen. Neben der tollen Atmosphäre der Stadt und den spannenden Aktivitäten haben vor allem auch die Menschen in Ratzeburg diesen Tag für mich so schön gemacht: Von der lieben Frau an der Tourismus-Information über die sympathischen Betreiber des Kanu-Verleihs bis hin zu allen gut gelaunten Personen in den besuchten Lokalen waren alle unsere Begegnungen unglaublich herzlicher Natur. Auch auf dem Wasser herrscht in Ratzeburg eine Netiquette der besonderen Art: Hier wurden wir von allen begrüßt, als wären wir schon seit Tagen zusammen auf den Seen des Herzogtum Lauenburgs unterwegs. Ich übertreibe nur ein wenig an dieser Stelle.


Was ich damit sagen möchte: Es war ein rundum perfekter Tag in einer unglaublich sympathischen Stadt. Danke, dass wir da sein durften!



 

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit dem Herzogtum Lauenburg entstanden

und enthält bezahlte Werbung.